Die Vier-Elemente-Lehre nach Hippokrates

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Die vier Temperamente von Hippokrates sind fast jedem ein Begriff:
Der Sanguiniker (Luftelement - der intellektuelle Optimist), der Choleriker (Feuerelement - der energiegeladene Willensmensch), der Phlegmatiker (Wasserelement - der weiche Gefühlsmensch) und der Melancholiker (Erdelement - der schwere Tatmensch). Die Mediziner der alten Schule hatten auf dieses System viel Wert gelegt. Mittlerweile ist diese Einteilung etwas in Vergessenheit geraten. Dr. Otfried D. Weise hat jedoch dieses System aufgegriffen und mit den drei Prinzipien im Ayurveda - Vata: Luft im Raum, Pitta: Feuer im Wasser und Kapha: Wasser und Erde - kombiniert. Ebenso hat er für die jeweiligen Elemente unterschiedliche Arten von Entschlackungskuren herausgearbeitet, um die Wirkung für jeden Elementetyp so zu optimieren, dass z.B. beim Lufttyp der Körper ohne unnötigen Druck gereinigt wird. Die Ursprünge der Vier-Elemente-Lehre führen in das alte Ägypten, wo Hermes Trismegistos erstmals diese Einteilung an der Bevölkerung vorgenommen hatte. Aber erst Hippokrates erschloss dieses Wissen für eine breite Bevölkerungsschicht. Diese Lehre widerspricht nicht der Fünf-Elemente-Lehre aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, sondern es handelt sich um andere Ansatzpunkte, die gegenseitig zu einem reichhaltigeren Wissen über die Gesundheit führen. Im Folgenden sind die vier Elemente skizziert, gespickt mit ein paar praktischen Vorschlägen für eine gesunde Ernährungsweise.


Der Lufttyp
Erkennungsmerkmale für die Zugehörigkeit zum Lufttyp - gemeint ist als Hauptelement - sind: Vorwiegende Ausrichtung auf den mentalen Bereich, Kommunikationsfreude, schlanke Figur und Nervosität. Der Lufttyp neigt besonders zur Austrocknung. Die Verdauung schwingt mit den wechselnden Stimmungslagen mit. Zeitweiliger Durchfall kann mit Verstopfung abwechseln. Die Lufttypen neigen nur im geringen Ausmaß zur Verschlackung. Ihre Entschlackungskuren sollten schonend durchgeführt werden, weil sonst die Konstitution geschwächt wird. Besonders wichtig ist für sie der Flüssigkeitskonsum während einer Kur und für einen ausreichenden Nachschub an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen sollte ebenfalls gesorgt werden. Schwermetallschadstoffe und Elektrosmog machen einem Lufttyp sehr zu schaffen, die nach einer entsprechenden Entschlackung, manchmal oftmals nach einer Quecksilberausleitung (durch selenreiche Nahrung bzw. Nahrungsergänzungsmittel unter fachkundiger Betreuung), verlangt. Bei diesem meist schlanken Typ machen sich Ablagerung von Schlacken und Giften auf eigentümliche Weise bemerkbar: Nämlich durch erhöhte Nervosität, Schussligkeit, Vergesslichkeit und Unzuverlässigkeit. Verstärkt werden diese Auswirkungen noch dadurch, wenn Lufttypen ihre Gefühlswelt zu wenig anerkennen. Dies kann sich in manchen Fällen so auswirken, dass sich die verdrängten Emotionen ihren Platz in Form von Übergewicht schaffen. Die fehlende innere Wärme wird durch äußere Polster ausgeglichen. Der Lufttyp neigt zu kalten Füßen und Händen. Ein Ausgleich kann durch Zufuhr von Wärme erfolgen, sowohl durch warme Getränke und wärmende Gewürze als auch durch ein liebevolles Miteinander. Außerdem belebt ein Urlaub in einer warmen Gegend den Lufttyp besonders.

China-Restaurant in Hongkong
Ernährungstipps für den Lufttyp:

* Vitalstoffe (Mineralstoffe, Vitamine usw.) auffüllen
* Ausgiebiger Schlaf, um das sensible Nervenkostüm zu beruhigen
* Keine Stimulantien, wie Kaffee, Coca-Cola und Süßigkeiten
* Vegetarische, vollwertige Kost
* Reichlich schonend gegartes Gemüse
* Eiweißreiche Lebensmittel: Eier, Nüsse, Linsen und Erbsen
* Frisches Obst vorwiegend in der warmen Jahreszeit
* Kräutertees
* Bitterstoffe zur Anregung der Verdauung
* Kein Chili, der zu stark anregt und somit eine nervöse Stimmung macht
* Für Verdauung und Entschlackung: Ingwer, Kurkuma, Zimt, Kardamom, Nelken, Curry, Kreuzkümmel, Koriander, Fenchel, Paprika, Pfeffer, Dillsamen, Knoblauch, Zwiebel, Asafötida



Der Feuertyp
Kennen Sie auch einen feurigen, athletischen Menschen, dem scheinbar keine auch noch so ungesunde Ernährungsweise etwas anhaben kann? Diese energiegeladenen Typen reagieren eben nicht sensibel auf negative Umwelteinflüsse. Treten jedoch Schäden durch eine langandauernde ungesunde Lebensweise auf, so zeigen sich diese ungleich deutlicher als bei anderen Menschen. Die Anfälligkeit für Übersäuerung ist beim Feuertyp am stärksten ausgeprägt. Seine Verdauung ist rege, aber die Nährstoffaufnahme ist eher gering und es besteht auch eine Neigung zu Durchfall. Daher wird ein Feuermensch bei einer Entschlackungskur gerne ausgelaugt, deshalb soll der Nachschub an Nährstoffen und insbesondere Vitalstoffen nicht außer Acht gelassen werden, ebenso hat er einen großen Flüssigkeitsbedarf. Die Übersäuerung kann daher rühren, dass ein Feuertyp eine Vorliebe für Fleischspeisen besitzt und daher eine große Menge an sauren Abfallprodukten produziert. Für ihn ist unser Kapitel Säure-Basen-Haushalt besonders empfehlenswert. Der Feuertyp weist meistens einen Körperbau auf, der ihn zu sportlichen Aktivitäten prädestiniert. Falls er dazu tendiert, den Sportsgeist mehr für den Aufbau seiner Karriere einzusetzen, kann durch den Mangel an ausgleichender Bewegung, ebenso wenn der Gefühlssektor vernachlässigt wird, Übergewicht auftreten. Der starke Wille eines Feuermenschen kann ihn jedoch nach Bewusstwerdung der nötigen gesundheitsrelevanten Schritte wieder rasch zu seiner vitalen Form zurückbringen.


Ernährungstipps für den Feuertyp:

* Die ohnehin knappen Vorräte an Vitalstoffen auffüllen
* Ausreichend Flüssigkeit
* Tierische Nahrung reduzieren
* Viel frisches Obst (trägt zur Kühlung bei)
* Viele Salate und Gemüserohkost
* Kohlenhydrate besonders in Form von Reis, Hafer oder Dinkel
* Scharfe Gewürze, Bitteres, Saures und Salziges meiden
* Milde Gewürze (starke Gewürze regen die Verdauung zu sehr an)
* Zur Beruhigung dienen: Kurkuma, Mariendistel, Aloe vera
* Für die Verdauung: frischer Koriander, Dill, Estragon, Petersilie, Pfefferminze, Zitronenmelisse
* Süßigkeiten verträgt er von allen Typen am besten - dennoch übermäßigen Genuss einschränken



Der Wassertyp
Wer mitfühlend ist, gerne die Tiefe der Gefühle der Mitmenschen ergründet und mit der Seele anderer Menschen am liebsten verschmilzt, zählt höchst wahrscheinlich zu den Wassertypen. Auch wenn der Redefluss nicht und nicht versiegen möchte, dann spricht dafür, dass das Wasserelement eine wichtige Rolle für diese Person spielt. Meistens nehmen Familie und Kinder eine hohen Stellenwert ein, vielleicht gehören sie deshalb zu den Fruchtbarsten und sie sind auch die Langlebigsten, die ihr Leben durch ausgiebigen Sex zu verschönern wissen. Die Verdauung neigt grundsätzlich zur Trägheit, wobei die Nahrung sehr gut ausgewertet wird. Ein guter Futterverwerter und Ansammler von Wasser im Gewebe zu sein, führt besonders leicht zu Übergewicht. Die Anhäufung von Schlackenstoffen rührt bei Wassertypen daher, dass die Ausscheidung nur mäßig verläuft. Um unerwünschte Kilos loszuwerden, sollte unbedingt körperliche Bewegung ausgeführt werden. Diese kurbelt nicht nur die verlangsamte Verdauung an, sondern auch die Entschlackung wird dadurch entscheidend angeregt. Für einen Vertreter des Wassertyps ist es besonders wichtig, die starke Gefühlsgrundlage zuzulassen. Den tiefgreifenden Gefühlen soll nicht durch eine Flucht in die kühle Sachlichkeit ausgewichen werden. Der Angelpunkt dieser Menschen sind nun einmal die Gefühle, denen unbedingt der entsprechende Ausdruck verliehen werden sollte - auch wenn es sich um schmerzhafte Emotionen handelt. Die nicht-gelebten Tränen lagern sich bei ihm gerne im Unterhautbindegewebe ab.


Ernährungstipps für den Wassertyp:

* Für die Verdauung und Entschlackung: Chili, schwarzer Pfeffer, Ingwerpulver, Senf, Nelken, Knoblauch, Kren und Zimt
* Reichlich frisches Obst in der warmen Jahreszeit
* Wenig Gemüserohkost
* Viel schonend gekochtes Gemüse
* Hülsenfrüchte in Maßen
* Süßes Gebäck und Süßigkeiten meiden
* Ausreichend Bitterstoffe: Bittere Salate und Kräuter
* Zur Anregung des Kreislaufs: Weißdorn, Rosmarin, Knoblauch, Ingwer, Safran
* Zur Entwässerung des Gewebes: Basilikum, Thymian, Salbei, Petersilie, Zitronengras



Der Erdtyp
Dazu gehören die stabilen, schweren Menschen, die nur das anerkennen, was sie selbst sehen, erfühlen oder ertasten können. Sie halten häufig wenig von alternativen Methoden, die ihnen nicht greifbar genug erscheinen. Ebenso wie Wassertypen setzen auch sie leicht Fett an und zählen zu den Konservativen in unserer Gesellschaft. Aufgrund ihrer Verlässlichkeit und guten Umgangsformen werden diese Leute oft als Stützen der Gesellschaft bezeichnet. Sie haben eine Vorliebe für verschiedenste sinnliche Genüsse und speisen meist mit großer Hingabe. Nichts wirft sie so leicht um, wie bei den Lufttypen, aber die Folgen von zu üppiger Kost werden irgendwann einmal sichtbar. Daher leiden sie trotz ihrer Robustheit häufig im fortgeschrittenen Alter an den Auswirkungen der Verschlackung. Schlacken findet man hier in großen Mengen und die Berichte von über zwanzig Kilogramm an Darmschlacken stammen bestimmt von erdbetonten Menschen. Das steigende Gesundheitsbewusstsein berührt natürlich auch Erdtypen. Diesen fällt es jedoch besonders schwer, ihre alte, ungesunde Lebensweise abzulegen, wie auch andere Veränderungen nur ungern zugelassen werden. Dafür kann ein Erdtyp, wenn er sich einmal für Gesundheitsrichtlinien entschieden hat, zum Fanatiker werden, der jedes Prinzip haargenau beherzigt. Auch die jahrelangen Bewegungsmuffeln, die sich endlich zum Joggen durchgerungen haben, laufen dann meist sehr regelmäßig und so diszipliniert, dass ihr Kreislaufsystem gerade ausreichend, aber nicht überstrapaziert wird, also über den aeroben Bereich hinaus
.


Ernährungstipps für den Erdtyp:

* Reichlich rohes Obst
* Reichlich Gemüserohkost
* Ausreichend Blattsalate und Kräuter
* Alle Kohlsorten
* Hülsenfrüchte in Maßen
* Scharfe Gewürze und Bitterstoffe zur Anregung der Verdauung
* Zitronensaft
* Die Verdauung sollte durch Bewegung in Schwung gebracht werden.
* Tierische Produkte einschränken (sie verstärken das Erdelement)
* Suppen und Eintöpfe
* Keine Fertiggerichte - diese fördern die Verschlackung



Zusammenfassung
Jedem Menschen ist von Geburt an eine bestimmte Verteilung der Elemente mitgegeben, z.B. 30% Erdanteil, 40% Feuer usw. Aber nicht jeder lebt genau diese Verteilung. In gewissen Fällen wird ein Element zugunsten eines anderen fast völlig unterdrückt. Das Elementeprofil, welche eine Person zum aktuellen Zeitpunkt repräsentiert, muss nicht mit der eigenen Anlage übereinstimmen. Werner Mraz und Dr. Otfried Weise erstellten das Programm "Bio*Vitalis" (siehe Bezugsquellen: —Club*Vitalis—), welches sowohl den Ausgangszustand als auch die jetzige Situation ermittelt. Der Vergleich der beiden Ergebnisse zeigt die möglichen Entwicklungsschritte eines Menschen auf. Es ist letztendlich eine Lebensberatung, die über die Ernährung so wie über die Lebensweise einen Weg zur Selbstfindung anbietet.